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QuarkXPress 2019 steht vor der Tür … und jetzt langt der Hersteller kräftig zu!

QuarkXPress-Advantage wird richtig teuer (Screenshot: J.-Chr. Hanke)

QuarkXPress-Advantage wird richtig teuer (Screenshot: J.-Chr. Hanke)

Als QuarkXPress-Kunde werde ich nun schon seit Wochen mit Mails der Firma Quark bombardiert. Sie schreiben mir, wie toll die neue Version werden wird …

  • dass Tabellen neu erfunden worden wären,
  • man jetzt (InDesign-User kennen das schon lange) mit geladenem Mauszeiger arbeiten könne und
  • QuarkXPress 2019 Flex-Layouts unterstützen würde.

Im Juli soll die Version 2019 erscheinen!

Auch ein 9-Punkte-Referenzraster wird da groß angepriesen, ein Features, was Tools wie InDesign, aber auch Affinity Designer schon lange verwenden. (Mir war gar nicht aufgefallen, dass es das in QuarkXPress nicht gibt.)

Das ist ja alles ganz schön und gut. Und bis jetzt habe ich jedes Jahr brav das Update (für ca. 185,- EUR) mitgenommen, obwohl ich das Programm sehr selten nutze.

Doch inzwischen ist mir der Preis zu heftig.

Eine Art „Abo“ durch die Hintertür

Ab sofort kann man kein einfaches Update mehr erwerben, sondern nimmt auf Wunsch am sogenannten Advantage-Programm teil. Was bedeutet das für Bestandskunden?

  • Wer als QuarkXPress-Kunde einer bestehenden Version 12 Monate Advantage bucht, bezahlt 295,- EUR (statt 185,- wie bisher). Das entspricht dem bisherigen Update (Da QuarkXPress jedes Jahr eine neue Version herausbringt.), allerdings mit einem deftigen Preisaufschlag.
  • Wer sich für 24 Monate bindet, ist mit 525,- EUR dabei, macht immer noch rund 263,- EUR im Jahr.
  • Und ein 36-Monats-Abo (Habe ich Abo geschrieben?) kostet insgesamt 695,- EUR für diese Zeit, das entspricht immer noch einem Preis von knapp 232,- EUR im Jahr. Immer noch deutlich teurer als bisher.

Die Preise verstehen sich zuzügl. Mehrwertsteuer. Privatkunden, und das sind viele Selfpublisherinnen und Selfpublisher, zahlen also noch 19 % drauf.

Will heißen: Man bezahlt alle Updates für 1, 2 oder 3 Jahre mit Vorkasse. Um also 3 Jahre auf dem aktuellen Stand zu bleiben, berappe ich als Bestandskunde 827,05 EUR brutto auf einen Schlag. Warum sollte ich das tun? Weiß ich, ob ich in 3 Jahren noch Lust auf QuarkXPress habe? Oder ob es das Programm dann in dieser Form überhaupt noch gibt? Oder ob mir bessere und günstigere Alternativen zur Verfügung stehen?

Für Neueinsteiger ist es entsprechend teurer, wie man aus der Abbildung oben erkennen kann. 1.195,- EUR werden da für 3 Jahre fällig – zuzügl. MwSt. Heftig, oder?

Wie kommt es, liebe Firma Quark, dass du jetzt so kräftig zulangst? Willst du es – wenn auch auf etwas andere Art – dem Mitbewerber Adobe nachmachen? Schielst du, wie so viele andere Softwarefirmen, neidisch auf das Abomodell, was der Firma Adobe offenbar erkleckliche Gewinne in die Kassen spült?

Es besteht kein Abozwang

Allerdings besteht kein „Abozwang“. Man kann weiterhin mit seiner bestehenden Version glücklich werden und diese hört auch nicht – ganz im Gegensatz zu den Adobe-Programmen – auf zu arbeiten.

Trotzdem hat das Adobe-Abo einen Vorteil, denn das kann man auch nur für einen Monat abschließen. Wer es projektbezogen benötigt, bucht InDesign für einen Monat und gut. In dieser Zeit mietet man auch gleich die entsprechenden Schriften mit dazu, die für viele hochwertige Satzprojekte unverzichtbar sind. Bei QuarkXPress sind dagegen keinerlei Schriften dabei!

Ich habe beschlossen, dass ich mir die Version 2019 von QuarkXPress sparen werde. Und vermutlich auch die 2020 und 2021. (Zumal die Systemvoraussetzungen gestiegen sind, denn das neue QuarkXPress arbeitet nicht mehr mit meinem geliebten Windows 7 zusammen. Und meinen etwas altersschwachen Mac unterstützt es vermutlich auch nicht mehr.)

Ganz im Gegensatz übrigens zu den Produkten der Affinity-Reihe, die ganz hervorragend auch mit älterer Soft- und Hardware zurechtkommen. Bald soll ja endlich der Publisher in der finalen Version erscheinen … Schon die derzeitige Beta 1.7 macht einen ausgesprochen guten Eindruck! Die letzten Monate Entwicklungszeit – mein erster Eindruck vor 9 Monaten war ja noch nicht so positiv – haben dem Programm gut getan.

 

 

 

  1. Adobe InDesign kostet im Abo als Einzelprodukt zurzeit pro Jahr 239,90 € zzgl. MwSt., also 285,50 €. Gemessen am „neuen“ 3-Jahres-QuarkXPress-Preis ist Adobe InDesign also etwa 5 € p.a. „teurer“: Preislich tun sich beide nichts.

    Jedes der Programme hat eigene Stärken und Schwächen. QuarkXPress bietet HTML 5-Export für Webseiten und Apps, InDesigns PDF-Export wird vom Endkunden (Verlag, Druckerei), der vorwiegend mit dem Adobe-Produkt Acrobat Pro prüft und arbeitet, eher geschätzt.

    Als QuarkXPress 2011 von Platinum gekauft wurde, hatte es längst die Marktführerschaft an Adobe InDesign verloren. Über günstige Upgrade-Preise, gute Weiterentwicklung, insbesondere in die Richtungen App, HTML 5, Epub etc. und den Verzicht auf ein Abo-Modell konnten aber ”alte“ XPress-Kunden gehalten und auch neue gewonnen werden. Dass es irgendwann „teurer“ werden würde, war abzusehen.

    Für jeden, der sein Geld mithilfe solcher Programme verdient, ist der Preis tatsächlich nicht wichtig, da im Gegenzug die Versionen stets aktuell sind, Support erreichbar ist, und weil er selbst vermutlich über relativ aktuelle Hardware verfügt, die mit den Aktualisierungen harmoniert. Der Austausch mit Verlagen und Druckereien klappt dadurch reibungsloser, die Kosten werden steuerlich berücksichtigt, der Posten läuft fast unbemerkt durch.

    Niemand auf Kundenseite kann daran interessiert sein, dass QuarkXPress untergeht. Adobes Produktreihe rund ums Desktop Publishing ist so gut und so dominant, dass Adobe, wenn es erst einmal konkurrenzlos wäre, seinen Kunden jeden Preis abverlangen könnte, und der wäre dann angesichts der Mächtigkeit dieser Tools immer noch fair.

    • Buchlayouter Johann

      Hallo Andreas,

      man bekommt bei einem Adobe-Abo immer auch das Schriftenabo (Typekit) mit dazu. Insofern musst du für QuarkXPress noch ca. 10,- EUR hinzurechnen.

      Der Preis ist aber nicht das (einzige) Problem, mir gefällt die (Nicht-)Kommunikation der Fa. Quark nicht. Es stimmt für mich vom Feeling her nicht. Ich fühle mich als Kunde nicht richtig verstanden und wertgeschätzt, sondern eher als Melkkuh missbraucht. Das wiegt für mich weit schwerer. Abgesehen davon ist und bleibt QuarkXPress für mich ein schwer zu bedienender Dinosaurier.

      Und eine Alternative gibt es doch: die Affinity-Produkte. Zwar fehlen noch etliche Funktionen, dafür finde ich die Bedienung weit eingängiger (sogar leichter als bei der Creative Suite), die Entwicklung geht rasant, die Software wird in Europa programmiert (nicht in Indien wie QuarkXPress) und die Begeisterung kann man förmlich spüren. Und das alles zu einem sehr geringen Preis. Wie machen die das? Photoshop und Illustrator habe ich zwar noch (im Rahmen der Creative Suite), ich nutze aber lieber Affinity Photo und Designer. Bei DTP warte ich ab, bis der Publisher erwachsen geworden ist. Dann könnte das auch was werden. QuarkXPress aktualisiere ich jetzt nicht mnehr!

      Insofern ist mir egal, was mit QuarkXPress passiert. Praktisch keiner meiner Kundinnen/Kunden und Schüler interessiert sich dafür und Kolleginnen/Kollegen lachen mich regelmäßig aus, wenn ich erzähle, dass ich mein Quark weiterhin aktualisiere. InDesign heißt der Platzhirsch und Publisher der Herausforderer.

  2. Das mag ja alles stimmen, gut und recht sein. Wer aber seit Jahrzehnten mit XPress arbeitet, wird dem Programm wohl treu bleiben. Ich jedenfalls werde es.
    Adobe ist mir nicht so sympathisch: Konkurrenz vernichtet (PageMaker, Freehand) und mit InDesign ein Programm geschaffen, das als Cash Cow funktioniert.
    Ja, ich habe seinerzeit die Creative-Suite (sicherheitshalber gekauft), die Affinity-Programme und einen riesen Fundus an Schriften auf dem Rechner.
    Auch das Pseudo-Abonnement von Quark habe ich bezahlt. Wozu muss ich also in Miete gehen, wenn ich meine eigene Spielwiese gekauft habe?
    Quark hat sein kundenunfreundliches Gehabe längst abgelegt.
    Wie die Relation zwischen dem Miete- und dem Kaufsystem innerhalb von 12 Monaten intensiver Layoutarbeit am Rechner ausfällt, muss jeder für sich kalkulieren.
    Für mich als Einzeltäter, der am Rechner für Eigenproduktionen direkt entwirft, kommt jedenfalls kein Mietprogramm in Frage. Trotz Haken und Häkchen die Quark manchmal – auch in der Version 2019 – haben mag.

  3. Andreas S

    Hallo zusammen,
    ich bekomme gerade wieder die Werbemailsvon Quark mit dem Angebot Advantage für €295,- Man bekommt da ja immerhin Xpress 2019 und 2020 dafür – dann haut das mit dem Preis schon irgendwie hin. Wobei mir aber der Kamm schwillt ist, dass die am Checkout noch die MwSt dazu rechnen. Das widerspricht ja nicht nur guten Gepflogenheiten sondern ist schlichtweg ein Gesetzesverstoß. Bei meinem ersten Kauf von Xpress 2018 zeigte sich die Dame an der Hotline auch verständig und gab mir die Software dann ohne MwSt. Aber jetzt, ein Jahr später dasselbe Spiel – nur diesmal (der Support wurde zwischenzeitlich nach Irland verlegt) stellt sich Quark stur. Was ich nicht verstehe ist, dass sich da ausser mir keiner aufzuregen scheint?

    • Buchlayouter Johann

      Vielleicht, weil außer dir keiner QuarkXPress benutzt, Andreas? 😉
      Spaß beiseite, ich habe es mit Quark längst aufgegeben, das Bestellen empfand ich jedes Mal als Katastrophe, die Software haut mich auch nicht vom Hocker.
      Ich rege mich längst nicht mehr auf, ich bin weg.
      Was spricht gegen die Affinity-Suite? 1.8 ist gerade erschienen!

  4. Alessa

    Hallo Herr Buchlayouter Johann,

    ich bin gerade auf der Suche nach einem geeigneten Programm um meine Diplomarbeit ansprechend zu layoutieren. Hast du schon Erfahrungen mit der neuen Version von Affinity Publisher gemacht? Mit InDesign CS6 bin ich etwas vertraut, allerdings, wird das von meinem neuen Betriebssystem nicht mehr 100% unterstützt und stürzt ständig ab. Jetzt suche ich nach einer geeigneten Alternative. QuarksXpress wird es wohl nicht 😉

    • Buchlayouter Johann

      Die Diplomarbeit wird ja sicher viele Fußnoten haben, Alessa?! Insofern fällt der Publisher erst einmal aus, kann der noch nicht. QuarkXPress sicher auch. Zu umständlich und zu wenig intuitiv. InDesign CS6 wäre super, vor allem, wenn du schon damit vertraut bist. Du hast vermutlich einen Mac, da läuft das mit neueren Versionen des Betriebssystems leider nicht mehr?
      Ansonsten: Auf Windows läuft es noch prima, selbst unter Windows 10!

      Tipp: Versuche, dein InDesign CS6 irgendwie wieder zu reaktivieren.
      Noch ein Tipp: Word schlägt sich wacker, vor allem, was Fußnoten anbelangt. (Winword schlägt sich wackerer als Mac-Word.)

      Deine Diplomarbeit braucht ja kein typografisch ausgefeiltes Layout. Word, richtig bedient, genügt! (Etliche Fachverlage setzen mit Word.)

      Liebe Grüße
      Johann

    • Raphael

      Hallo Alessa

      Ich könnte Dir für die Diplomarbeit auch sehr die LaTeX-Programme empfehlen. Habe im Studium praktische alle Arbeiten damit geschrieben. Braucht zwar eine gewisse Einarbeitung, aber wenn mal alles konfiguriert ist, ist es sehr einfach. Für Titel schreibt man beispielsweise lediglich \section{Text vom Titel} oder für einen Untertitel \subsection. Fussnoten werden mit \footnote{Hier steht Deine Fussnote} eingefügt ohne lästige Konfiguration und auch Inhaltsverzeichnisse werden mit dem Befehl \toc automatisch erstellt. Das Layout ist sehr professionell und es gibt auch viele Vorlagen und Zusatzprogramme für beispielsweise MLA-taugliche Bibliographien. Vielleicht schaust Du Dir das ja mal an. Das meiste ist übrigens kostenlos…
      Beste Grüsse, Raphael

  5. Andi C

    Hallo Herr Buchlayouter Johann,

    ich suche eine Software für den Satz von Sachbüchern für
    + Text (tatsächlich)
    + Abbildungen (Visio-Grafiken als jpg/png) und
    + Endnoten (alle am Ende des Buchs).

    Optionen auf dem Radar:
    – Microsoft Word – für Fuß- und Endnoten Spitze, für Bilder mE recht unhandlich
    – Microsoft Publisher – keine Fuß-/Endnoten, keine Konvertierung in CMYK
    – Affinity Publisher – (noch) keine Fuß-/Endnoten
    – Quarkxpress 2020 – Text und Bilder prima, Endnoten ja, aber Zuweisung ans Buchende eher nein
    – VivaDesigner – Text und Bilder prima, Fuß-/Endnotenverwaltung noch nicht komplett verstanden
    – InDesign – noch nicht ausprobiert
    – LaTeX – noch nicht ausprobiert

    Habe nun eine ganze Weile einiges ausprobiert, aber Bilder + Endnoten scheint nicht die gängige Kombination zu sein. Bevor ich nun bis zur eigenen Beerdigung Software teste, die Frage an den Profi: In welcher Richtung empfehlen Sie mir aus dem Bauch heraus, weiterzusuchen: Eines der obigen Programme, ein anderes oder Gestaltugnskonzept ändern? Viele Grüße und herzlichen Dank

    • Buchlayouter Johann

      Hallo Andi,

      Adobe Framemaker ist wohl das Programm vieler Profis in der technischen Dokumentation und hier der Goldstandard (vor Word). Für wissenschaftliche Werke allerbestens geeignet, wurde mir immer wieder bestätigt. Ich kenne Framemaker leider nicht persönlich. Da der Einarbeitungsaufwand vermutlich ähnlich hoch ist wie bei InDesign, werde ich das Programm in diesem Leben wohl nicht mehr lernen. (Von den monatlichen Abokosten ganz zu schweigen.)

      Word (für Windows) ist auch sehr gut, überhaupt nicht unhandlich bei Bildern (im Fließtext) und super bei allen wissenschaftlichen Funktionen wie Verweisen, Fuß- und Endnoten, Indizes usw. Die Sache mit den Abschnitten ist aber immer wieder ein schwieriges Pflaster und Spezialwünsche wie Registerhaltigkeit oder individueller Seitenumbruch gehen nur mit Trickserei. Immerhin: sehr stabil und auch für lange Dokumente geeignet. Hält selbst dann noch die Fahne hoch, wenn InDesign in die Knie geht und die Buchfunktion benötigt (Aufteilen eines Buchs in mehrere Teildokumente). Ist individuell programmierbar.
      Kann aber keinen CMYK-Export und hat Probleme, wenn du mit einem Layout arbeitest, bei dem Elemente bis in den Anschnitt gehen sollen.

      Teilweise kann man diese Probleme bei Verwendung des Adobe-Druckertreibers (Acrobat Pro) umgehen, aber nur teilweise.
      Immerhin genügt noch eine ältere Wordversion, ab 2010.

      Microsoft Publisher ist ein Spielzeug und der mangelnde CMYK-Export eine Blamage. (Den gab es früher ja im Publisher, hat man entfernt!)

      Affinity Publisher entwickelt sich genau in die von mir gewünschte Richtung, hakelt mir aber noch zu viel und die Verzeichnisfunktionen haben mich überhaupt noch nicht überzeugt.

      QuarkExpress finde ich persönlich (aus eigener Erfahrung) ganz furchtbar! Das ist kein Satzprogramm, das ist eine Krankheit.

      VivaDesigner fand ich besser, letztlich konnte mich das Programm aber auch nicht überzeugen.

      InDesign ist es, damit setze ich (fast) alles. ICH LIEBE DIESES PROGRAMM!
      Es hat einen hervorragenden Word-Import und läuft stabil. Der Funktionsumfang ist fantastisch.
      Die Ergebnisse überragen. InDesign ist programmierbar und es gibt viele nützliche Erweiterungen.
      Die Lernkurve ist jedoch sehr steil! (Ich lerne immer noch!)

      Zu LaTeX kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen. Hielt vor unzähligen Jahren mal ein Fachbuch in den Händen, das lt. Angaben im Impressum mit LaTeX gesetzt worden sein sollte. Typografie und Zeilenfall fand ich dermaßen schlecht (Die Buchstaben standen tlw. nicht einmal gerade auf der Grundline!), dass das Programm für mich von da ab durchgefallen war. Mag sich geändert haben.

      Fazit: Framemaker, Word oder InDesign. Evtl. (in Zukunft) Affinity Publisher.
      Tipp: Word, da entfällt der durchaus noch problembehaftete Import in das Satzprogramm.

      Viele Grüße

      Johann

      • Andi C

        Hallo Johann,

        vielen Dank für diese schnelle und ausführliche Antwort.

        Ja, Word kann einiges, aber meine Begeisterung für die Bucherstellung weckt es nicht. Gestaltungsraster und Grundlinien sind keine Funktionen, sondern allenfalls Workarounds. Größere Dokumenten hängen immer mal wieder in Hintergrundprozessen fest, vom Eigenleben der Abschnitte und der Kopf- und Fußzeilen einmal abgesehen.

        MS Publisher mit Endnotenfunktion würde mir für einige Aufgaben reichen, CMYK geht zur Not auch über Acrobat Pro. Aber so ein funktionsbeschränktes Programm als Standalone-Printlösung anzupreisen, ist tatsächlich blamabel und mE irreführende Werbung nach § 5 UWG, aber ich fürchte, Beschwerden bei der deutschen Wettbewerbszentrale werden Microsoft wenig jucken.

        Quark und Viva überzeugen mich ebenfalls nicht ganz und sind auch keine Schnäppchen mehr, und bei Aktualisierung alle ein zwei Jahre ist man auch schnell beim Abopreis. Von LaTeX habe ich bislang nur Gutes gehört, aber WYSIWYG für zusammenhängende Doppelseiten ist bei den DTP-Programmen angenehmer.

        Also wohl doch erst einmal Adobe und mit dem zweiten Auge schauen, ob Affinity aufholt.

        Bleibt die Frage: Ist es erfahrungsgemäß sinnvoll bzw. welche Nachteile hat es, direkt in InDesign zu schreiben? Sonst scheint mir der (für den kleinen Autor insgesamt überdimensionierte) Framemaker doch eine sehr interessante Alternative.

        Herzlichen Dank
        Andi

      • Detlef

        „InDesign … hat einen hervorragenden Word-Import und läuft stabil. “

        Welches Betriebssystem verwendest du denn? Indesign läuft bei mir auf verschiedenen Windows-Systemen definitiv *nicht* stabil. Die Grundfunktionen klappen, es gibt aber immer wieder Abstürze. Komplexe Word-Dokumente lassen sich auch häufig nicht unfallfrei importieren.

        Mit QuarkXpress entstanden zahlreiche professionelle Publikationen, darunter führende Zeitschriften. Auch wenn du es eindeutig nicht magst, finde ich es recht krass, es als „Krankheit“ zu bezeichnen – das hat das Programm definitiv nicht verdient.

        Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: QuarkXpress ist Indesign in Grün. Beide Programme spielen in der gleichen Liga, beide haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Die einen Layouter bevorzugen QuarkXpress, die anderen Indesign.

        LaTeX ist eine komplett andere Baustelle und als Satzsystem nicht mit den Klickibunti-Layoutprogrammen zu vergleichen. LaTeX erzeugt exakten Satz – wenn man denn die Einstellungen und die Auszeichnungen im Text korrekt setzt. LaTeX eignet sich zudem nicht für Zeitschriften, sondern (eigentlich nur) für wissenschaftliche Publikationen oder sehr einfach gestaltete Bücher (mit einem großen Textanteil).

        • Buchlayouter Johann

          Detlef,

          ich arbeite mit Windows 10, vorher hatte ich 7. Sowohl CS6 als CC laufen/liefen auf beiden System stabil. Nicht nur bei mir, auch bei meinen Kolleginnen und Kollegen. Komplexe Worddokumente konnte/kann ich stets unfallfrei importieren. Aber … man muss diese Worddokumente sauber vorformatieren. Da liegt vermutlich der Hase im Pfeffer. Und nein, QuarkXPress ist für mich nicht InDesign in Grün, sondern ein schwer zu bedienendes, oft nicht stabiles Programm mit vielen Mängeln und einer ganz schlimmen Formatvorlagenverwaltung. Geprüft mit verschiedenen Systemen am Mac und PC. Letzte Version: 2018 und damit ist auch Schluss!

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