Meine Grafiken im Buch haben doch 300 dpi Auflösung, das zeigt mir mein Grafikprogramm/mein Betriebssystem an. Aber der Druckdienstleister sagt; die Auflösung im Buch ist viel zu niedrig. Sie liegt weit unter 300 dpi.

Was mache ich falsch?

Es stimmt schon: Die Auflösung Ihrer Grafiken sollte bei Farbbildern und Abbildungen in Graustufen 300 dpi (Bildpunkte per Inch/Zoll, also per 2,54 cm) betragen, bei Strichzeichnungen dagegen 1.200 dpi.

Vermutlich Sind Sie einem Missverständnis aufgesessen. Sie haben die Abbildung zu stark vergrößert, dabei aber nicht beachtet, dass diese für die von Ihnen gewählte Größe nicht hoch genug aufgelöst ist!

Die Auflösung wird in Pixeln gemessen

Jede Bitmap- oder auch Pixelgrafik hat eine bestimmte Breite und Höhe. Diese wird in Bildpunkten gemessen, in Pixeln. Lesen Sie diese in Ihrer Bildbearbeitung ab oder im Dateimanager Ihres Betriebssystems. (Hier ist die Anzeige etwas versteckt, sie muss in aller Regel erst hervorgeholt werden.)

Nehmen wir mal an, Ihr Graustufenbild hat eine Auflösung von 1.200 Pixeln in der Breite und 800 Pixeln in der Höhe. Sind das dann nicht 300 dpi? Nein! Das wissen Sie doch noch gar nicht. Schließlich haben Sie das Bild noch nicht zu Papier gebracht. Sie haben sich noch nicht für eine Druckgröße entschieden.

Auf dem Papier zählen Pixel per Zoll!

Auf dem Papier zählen Pixel per Zoll, also per 2,54 cm. Und 300 dots per inch, also Bildpunkte alias Pixel per 2,54 cm ergeben sich durch folgende Formel:

Bildbreite/Bildhöhe (Pixelwert) multipliziert mit 2,54 geteilt durch 300.

Mit anderen Worten: Das Bild mit der Pixelgröße von 1.200 × 800 Bildpunkten darf maximal in der Größe 10,16 × 6,77 cm ausgedruckt werden. Sonst rutscht die Auflösung im Druck unter die magische Grenze von 300 dpi.

Sie wollen exakt dieses Bild in Ihrem Bildband auf eine Breite von 20,3 und eine Höhe von 13,5 cm ziehen? Dann hätte es nur noch eine Auflösung von 150 dpi. Das wäre tatsächlich viel zu wenig.

Sie brauchen in diesem Fall besseres Ausgangsmaterial. Die Abbildung müsste in diesem Fall eine Auflösung von 2.400 × 1.600 Bildpunkten besitzen.

Eine zu hohe Auflösung ist nicht so schlimm. Sie dürfen den Wert von 300 dpi gerne überschreiten, Ihr PDF-Druckertreiber rechnet das Bild automatisch auf diese Zielauflösung herunter.

Auflösung ist nicht alles

Die richtige Auflösung allein genügt jedenfalls noch nicht. Ebenso wichtig ist die Bildqualität. Wie gut sind Schärfe und Kontrast? So kann es sein, dass knackige und kontrastreiche Abbildungen selbst in weit geringeren Auflösungen als in 300 dpi im Druck immer noch gut aussehen.

Auch das Umgekehrte ist wahr. Miese und flaue Abbildungen bleiben mies, auch wenn Sie diese in 300 dpi oder sogar 600 dpi drucken!